02.04.2024

Kreisverkehrswacht Rastatt, Verkehrssicherheitsarbeit

Freunde, Unterstützer und Spender der Kreisverkehrswacht Rastatt als Wertschätzung der Verkehrssicherheitsarbeit.
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Freunde, Unterstützer und Spender der Kreisverkehrswacht Rastatt als Wertschätzung der Verkehrssicherheitsarbeit.

Fahrradausbildung in der Jugendverkehrsschule

„Wir haben mit unserer Fahrradausbildung ein Premiumprodukt der Verkehrsprävention in Baden-Württemberg“, ist sich Klaus Brenner, Leiter der Kreisverkehrswacht Rastatt sicher, „die Zahlen sprechen für sich, von den 3000 Verkehrsunfällen im Landkreis sind nur 14 Schulwegunfälle.“

Zentraler Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit der Kreisverkehrswacht Rastatt ist die Fahrradausbildung in der Jugendverkehrsschule für Kinder der vierten Grundschulklassen und fünften Klassen der Förderschulen. Träger der mobilen Jugendverkehrsschule ist der Landkreis Rastatt. Die Gemeinden und Städte stellen die Übungsplätze zur Verfügung. Die theoretische Ausbildung erfolgt in den Schulen, die praktische Ausbildung erfolgt durch Polizeibeamte des Referates Prävention des Polizeipräsidiums Offenburg. Mit zwei mobilen Jugendverkehrsschulen und einem stationären Verkehrsübungsplatz in Bühl werden pro Jahr rund 110 Schulklassen mit circa 2000 Schülern beschult. Der Verein der Verkehrswacht Rastatt finanziert die Ausstattung und Ausbildung. Der Platz in Bühl ist laut Brenner top ausgestattet mit Kreisverkehr, Radweg und verkehrsberuhigter Zone.

„Doch dieses wichtige Produkt muss gepflegt werden“, weiß Brenner, „jährlich fließen 6000 Euro in die Verkehrsschulen und letztes Jahr kam dann die Polizei auf mich zu und teilte mir mit, dass die Räder in die Jahre gekommen sind und ausgetauscht werden müssen. Doch der Kauf von 23 neuen Kinderfahrrädern zu einem Gesamtpreis von 11500 Euro stellt für die Kreisverkehrswacht eine große finanzielle Herausforderung dar, die nur mit der Unterstützung von Spenden möglich ist.“ Und so machte sich Brenner im letzten Jahr auf Spendensuche und wurde gleich mehrfach fündig: Andreas Stäble, Leiter der Prävention des Polizeipräsidiums Pforzheim, wusste von der S&G-Stiftung. „Die Stiftung existiert seit 2000 und hat neben der Opferhilfe auch die Unfallprävention und Verkehrserziehung zum Stiftungszweck“, erklärt Stäble vor Ort, „und daher bekam dieses Projekt auch den Zuschlag.“ Die ersten zehn Räder waren gesichert.

Helena Kucher, Leiterin der Prävention im Polizeipräsidium Offenburg, machte Brenner dann auf den Förderverein der Freunde und Förderer des Polizeipräsidiums Offenburg aufmerksam. Der Verein fördert die breit gefächerte Arbeit der Polizei und setzt sich für ganzheitliche Kriminal- und Verkehrsunfallprävention und der Toleranz auf allen Gebieten des Zusammenlebens ein. „Mein Herz schlägt für die Verkehrsprävention“, erklärt dazu der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Offenburg Jürgen Rieger, „hier wird viel gelernt und bleibt auch haften, auch wenn die Jugendlichen mit 15 ohne Helm fahren, mit 30 tragen sie wieder einen Helm, darum wünsche ich mir solche Projekte flächendeckend.“ Er freut sich insbesondere, dass in Oberkirch gerade ein neuer Übungsplatz entsteht.

Als dann im Januar noch eine Zuweisung von Bußgeldern durch das Amtsgereicht Bühl bei der Verkehrswacht eintraf, war das Projekt eingetütet und Brenner machte sich auf die Suche nach dem richtigen Fahrradhändler. Erst beim dritten Händler wurde er bei Doris und Klaus Deichelbohrer beim Bike-Zentrum in Schwarzach fündig. „Denn wir brauchen robuste Räder mit Schnellverschluss, stabilen Stützen, Nabendynamos und drei Bremsen“, sagt Brenner, „solche Räder sind schwer zu kriegen, doch hier wurden die Räder sogar kostenlos nachgerüstet.“

„Jetzt ist die Aktion abgeschlossen und ich möchte mich nun bei allen Spendern und Unterstützern bedanken“, so Brenner.

Doch es gab auch noch einen zweiten Grund zur Freude: Die Finanzierung der Jugendverkehrsschule ist nachhaltig gesichert. Denn es wurde nicht nur der Zuschuss der Landratsamtes von 2100 auf 3000 Euro jährlich erhöht, auch der Mitgliedbeitrag der Kommunen konnte auf zwei Cent pro Einwohner gesteigert werden.

„Jetzt haben wir richtig gutes Material und die Kinder lernen viel“, freut sich Brenner, doch als Großvater von vier Enkeln weiß er, „wichtig ist auch die Transformation vom Übungsplatz in die Realität. Die Eltern müssen mit ihren Kindern üben.“ Sein Tipp daher: „Verkehrssicherheit fängt beim Rad an, dass zum Kind passen muss und ganz wichtig, das Kind fährt den Eltern immer voraus.“

Bericht und Foto: Karen Christeleit